Praktische Theologie I
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

"... und er heilte alle Kranken"

Diakonisches Selbstverständnis und die Rationierung im Sozialwesen. Fachtagung für Führungskräfte diakonischer Sozialunternehmen in Deutschland

17.11.2010 – 18.11.2010

Rationierung ist ein Reizthema in der Diakonie – und ein Schlüsselthema. Sollten nicht alle Bedürftige gleichen Zugang zu allem haben? Doch Ideale der Barmherzigkeit, der Gerechtigkeit oder der Solidarität verbieten vielfach das nüchterne Nachdenken über Grenzen des gleichen Zugangs von allen für alles. Dabei hat die Wirklichkeit auf dem Gesundheits- und Sozialmarkt die diakonischen Anbieter längst eingeholt. Auch für sie ist die Frage nicht mehr, ob rationiert wird, sondern wie rationiert werden soll: wie man das begründen kann und wie man das nennen darf.

Das medizinisch Machbare wächst rasanter als die Möglichkeiten, diese Fortschritte allen gleichermaßen zugute kommen zu lassen. Nicht alle können und nicht alle müssen in derselben Weise von diesem Fortschritt profitieren. Auf der Tagung soll über Konzepte der Rationierung, der Rationalisierung und der Priorisierung nachgedacht werden – vor allem aber darüber, wie diese in ein angemessenes Selbstverständnis der Diakonie integriert werden können. Wie lässt sich notwendiger Wirklichkeitssinn mit religiöser und ethischer Glaubwürdigkeit verbinden?

Auf dem traditionellen Bußtagstreffen der Bayerischen Diakonie, das dieses Jahr ausnahmsweise in Neuendettelsau und im Schloss in Bruckberg stattfindet, werden Vertreter der Theologie, der Philosophie, der Gesundheitsökonomie und der Politik mit Führungskräften der Diakonie ins Gespräch kommen. Sie möchten deren Selbstbewusstsein in den Debatten um Rationierung stärken.