Praktische Theologie I
print

Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Öffentliche Diakonie? Der Beitrag der Diakonie zum Gemeinwohl

Fachtagung für Führungskräfte diakonischer Sozialunternehmen in Deutschland

22.11.2017 – 23.11.2017

Die politischen Ereignisse der letzten Monate haben gelehrt, wie fragil die Ideale von Demokratie, Rechtsstaat und sozialer Ausgewogenheit sind. In einem vorher kaum für möglich gehaltenen Maß ist die gesellschaftliche Polarisierung zum Bestandteil des Alltags geworden. Fragen nach den Gründen und Kräften des gesellschaftlichen Zusammenhaltes stellen sich neu. Es zeigt sich, dass auch moderne, differenzierte Gesellschaften kaum ohne eine gemeinsame Vorstellung des Guten auskommen.


Das Christentum ist von jeher nicht nur eine innerliche Glaubensgemeinschaft gewesen, sondern als Praxisgemeinschaft auch eine politische Bewegung. Die Überzeugung, dass Menschen unabhängig von ihrer körperlichen und geistigen Verfassung, unabhängig von ihrer Volkszugehörigkeit, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung als Geschöpfe Gottes und damit als gleichberechtigte Mitbürger anzuerkennen sind, hat sich in tätiger Nächstenliebe ebenso wie in der sozialen Anwaltschaft für die Schwachen realisiert. Die Diakonie hat einen respektablen Anteil daran, dass sie in den letzten eineinhalb Jahrhunderten gesellschaftlich handlungsleitend geworden sind.

Der Diakonie stellen sich angesichts der gegenwärtigen gesellschaftlichen Aufweichungen solcher Überzeugungen und der politischen Umbrüche neue Herausforderungen. Auch wenn es andere, nicht-religiöse Begründungen für solche gemeinwohlorientierten Überzeugungen gibt, spricht doch vieles dafür, dass die Kraft, sie gesellschaftlich und politisch wirksam werden zu lassen, vor allem über religiöse Traditionen vermittelt und am Leben gehalten wird. Dafür steht die Diakonie wie kaum eine andere gesellschaftliche Kraft.

Welche Aufgaben hat eine religiös motivierte, an gesellschaftlicher Wohlfahrt interessierte Diakonie in der Gegenwart - in Tat und Wort? Wie kann die gegenwärtige Diakonie an den Zusammenhang von Christentum und bonum commune erinnern - selbstbewusst, doch ohne exkludierenden Gestus? Wie kann die Diakonie sich für die Belebung von Gemeinwohltraditionen einsetzen, ohne sich dem Verdacht des llliberalismus auszusetzen? Welche Gesprächs- und Bündnispartner hat die Diakonie dabei in der Gegenwart?

Auf dem traditionellen Bußtagstreffen der Diakonie sollen diese Fragen aus den Perspektiven diakonischer und politischer Praxis ebenso wie unter gesellschaftsanalytischen, sozialwissenschaftlichen und theologischen Gesichtspunkten diskutiert werden.

 

Downloads