Praktische Theologie I
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DFG-Forschergruppe „Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik 1949-1989“ eingerichtet

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat im Dezember 2012 die Forschergruppe „Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989“ bewilligt. Die Forschergruppe ist orts- und fächerübergreifend aufgestellt: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus München und Göttingen bringen Fachperspektiven aus Theologie, Zeitgeschichte, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft in den Forschungsverbund ein.

10.12.2012

Leitend für die Arbeit der Gruppe ist die Frage nach der Rolle der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bonner Republik. Welchen Einfluss hatte er? Auf welche Weise, durch welche Institutionen und durch welche Akteure hat sich dieser Einfluss manifestiert? Welche Rückwirkungen auf Gestalt und Selbstverständnis der Protestantismus sind zu registrieren?

Das Projekt schließt eine Forschungslücke, die hinsichtlich einer umfassenden Analyse des Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik besteht. Über bisher vorliegende Einzelstudien hinausgehend soll eine Kartierung der komplexen Verflechtungen zwischen Protestantismus und Gesellschaft der Bonner Republik erfolgen, wie sie in den öffentlich ausgetragenen ethischen Debatten und den sie flankierenden historischen, politischen, rechtlichen und ökonomischen Debatten sichtbar werden. Dabei wird der Protestantismus, programmatisch offen, in der Vielfalt seiner kirchlichen, aber gerade auch außerkirchlichen und individuellen Erscheinungsformen in den Blick genommen. Die exemplarisch bearbeiteten, thematischen Schwerpunkte liegen in den Debattenfeldern „Recht, Verfassung, Demokratie, Innere Sicherheit“, „Westintegration, Wiederbewaffnung, Friedensethik“, „Geschlechterverhältnisse, Ehe, Familie“, „Eigentum, Wirtschaftsordnung, Sozialstaat“ sowie „Technik, Ökologie und Naturverständnis“.

Das Forschungsprojekt strebt die Erschließung des protestantischen Beitrags zu den ethischen Debatten zwischen 1949 und 1989 als Beitrag zu einer gesellschaftspolitisch informierten Religionsgeschichte der Bundesrepublik an. Damit ist es im Grenzgebiet von Evangelischer Theologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Zeitgeschichte angesiedelt und will den interdisziplinären Austausch zwischen Theologie und Gesellschaftswissenschaften befördern. Zugleich soll ein Beitrag geleistet werden, um den tiefgreifenden Transformationsprozess des protestantischen Christentums in der Moderne exemplarisch zu beleuchten und eingefahrene Schulbildungslegenden in der Theologie- und Kirchengeschichtsschreibung produktiv zu überwinden. Nicht zuletzt soll der gesellschaftspolitische Beitrag des Protestantismus in der Bundesrepublik zwischen 1949 und 1989 unter dem Gesichtspunkt der Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Zeit nach der Wiedervereinigung beleuchtet werden.

Mitglieder der Forschergruppe

  • Prof. Dr. Christian Albrecht, Praktische Theologie, LMU München, (Sprecher)
  • Prof. Dr. Reiner Anselm, Theologische Ethik, GAU Göttingen, (stellv. Sprecher)
  • Prof. Dr. Andreas Busch, Vergleichende Politikwissenschaft, GAU Göttingen
  • Prof. Dr. Hans Michael Heinig, Öffentliches Recht, GAU Göttingen
  • PD Dr. Christiane Kuller, Neuere und Neueste Geschichte, LMU München
  • Prof. Dr. Martin Laube, Systematische Theologie, GAU Göttingen
  • PD Dr. Claudia Lepp, Neuere und Neueste Geschichte, LMU München

Assoziierter Kooperationspartner

  • Prof. Dr. Thomas Kaufmann, Kirchengeschichte, GAU Göttingen